Wieviel Nikotin liefern elektrische Zigaretten wirklich?

Neue Studie der Virginia Commonwealth University (VCU) über elektrische Zigaretten kann kein Nikotin im Blut der Probanden nachweisen.
 
 
Bild: Paul Courson/CNN
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Health
Research

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Bonn - North Rhine-Westphalia - Germany

Feb. 24, 2010 - PRLog -- Die elektrische Zigarette ist ein kleines elektronisches Gadget, dessen Form einer gewöhnlichen Tabak-Zigarette nachempfunden ist. Sie liefert ihren Benutzern einen aromatisierten, nikotinhaltigen Nebel - allerdings ohne die karziogenen Gifststoffe, die bei der Tabakverbrennung sonst anfallen. Davon ist man bisher zumindest ausgegangen.

Politikum und Gegenstand erbitterter Kontroversen
In den USA ist die elektrische Zigarette (Infos unter http://www.elektronische-zigaretten.net ) inzwischen weit verbreitet und bereits zu einem Politikum geworden. Die Pharmaindustrie beobachtet ihren Erfolg mit Argusaugen und ist sich nicht sicher, ob sie sich des neuen Geschäftsfeldes annehmen soll, oder ob sie die elektrische Zigarette als Bedrohung der diversen Nikotinpflaster und Rauchentwöhnungs-Produkte nicht lieber aus dem Markt drängen möchte.

Der US Food and Drug Administration (FDA), in den Vereinigten Staaten für Lebensmittelüberwachung und Arzneimittelzulassung zuständig, ist die von China importierte eZigarette bereits seit langem ein Dorn im Auge. Sie versucht auf allen Wegen die Kontrolle über die elektrische Zigarette zu bekommen. Vor Gericht scheiterte die FDA unter dem Jubel der Händler von elektrischen Zigaretten bereits einmal. Selbst Gouverneur Arnold Schwarzenegger musste sich bereits mit der Elektro-Zigarette befassen, weigerte sich aber, sie für Kalifornien zu verbieten.

Dass sich die diversen Nichtraucherverbände zu mehr oder minder qualifizierten, aber immer öffentlichkeitswirksamen Aussagen berufen fühlen, ist nahezu selbstverständlich. Die Lage ist also unübersichtlich und die Diskussionen werden von vielen Beteiligten inzwischen als ermüdend wahrgenommen. Es fehlt an belastbaren wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen. Alle Beteiligten lechzen nach Fakten.

Wissenschaftliche Studien gefordert
Vor diesem Hintergrund werden jetzt die ersten wissenschaftlichen Studien in Auftrag gegeben und durchgeführt. Eine vom amerikanischen „National Cancer Institute" finanzierte und an der Virginia Commonwealth University (VCU) unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Eissenberg durchgeführte Studie kommt zu überraschenden Ergebnissen und Schlüssen. Die Kernaussage der Studie lautet: Elektrische Zigaretten sollten einer Kontrolle unterliegen, die u.a. sicher stellt, dass die Inhaltsstoffe und die beabsichtigte Wirkungsweise der eZigaretten klar deklariert werden – selbst, wenn die Wirkung sich gar nicht wie erwartet einstellt.

Klinische Studie an der VCU
An der Studie waren 16 Teilnehmer beteiligt. Dazu konsumierten die Probanden abwechselnd eine Zigarette ihrer bevorzugten Marke sowie elektrische Zigaretten der beiden US-Marktführer. Die Teilnehmer wurden aufgefordert, genau 10 Züge zu nehmen. Im Anschluss wurden der Nikotingehalt im Blut, die Herzfrequenz und das Verlangen nach einer weiteren Zigarette über die Dauer von einer Stunde gemessen.

Überraschende Ergebnisse
Beide elektrischen Zigaretten lieferten wenig bis kein Nikotin. Der mittlere Nikotin-Level stieg niemals über 3,5 ng/ml. Zum Vergleich: bei einer regulär gerauchten Tabak-Zigarette lag der gemessene Nikotinwert bei rund 20.0 ng/ml. Die Probanden gaben zudem an, dass elektrische Zigaretten das subjektive Verlangen nach einer neuen Zigarette, bzw. nach einer neuen Dosis Nikotin kaum oder gar nicht reduzieren. In der Tat reduzierte ein der beiden getesteten eZigaretten-Marken das Verlangen zwar statistisch signifikant, allerdings bei weitem nicht so stark, wie eine reguläre Zigarette.

Untersuchungsdesign richtig gewählt?
Prof. Dr. Eissenberg räumt indessen ein, dass die Ergebnisse vor dem Hintergrund des Testszenarios mit einer definierten und limitierten Anzahl an Zügen (10) zu bewerten sind, die nicht unbedingt eine reale Nutzungssituation widerspiegeln. Er schließt nicht aus, dass die elektrische Zigarette in der Realität bei längeren intensiveren Zügen und häufigem Gebrauch sehr wohl größere Mengen an Nikotin liefert. „Berücksichtigt man diesen Umstand und andere Faktoren, zeigt sich der Bedarf, diese elektronischen Nikotin-Abgabe-Geräte weiterhin zu untersuchen".

Regulierung gefordert, obwohl kein Nikotin messbar war
Dr. Eissenberg ist weiterhin der Auffassung, dass der Vermarktung und Verkauf der elektrischen Zigarette reguliert werden sollte. Er bemängelt, dass die Elektrische Zigarette in Einkaufszentren und im Internet frei verfügbar ist und keiner staatlichen Kontrolle unterliegt. Aus seiner Sicht steht diese Praxis im Widerspruch zu anderen Nikotin abgebenden Produkten, wie z.B. Nikotin-Kaugummis oder Nikotin-Pflaster, die allesamt staatlichen Vorschriften unterliegen.

Andere Forscher widersprechen Studienergebnissen
Dr. Ben Thomas, ein anderer US-amerikanischer Experte auf dem Gebiet der Rauch-Forschung widerspricht der Haupterkenntnis, dass der „Rauch" einer elektrische Zigarette kein Nikotin enthält: „Wir wissen, dass die Kunden von elektrischen Zigaretten Nikotin inhalieren. Das wurde durch separate Untersuchungen sowohl der Hersteller, als auch der FDA selbst bestätigt. Vor diesem Hintergrund ist es höchst unwahrscheinlich, dass keine relevante Nikotin-Dosis im Inhalat enthalten ist – im Widerspruch zu den Ergebnissen der VCU-Studie".

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www.Elektronische-Zigaretten.net ist ein herstellerunabhängiges Infoportal rund um die elektrische Zigarette.
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Source:Elektronische-Zigaretten.net
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Tags:Elektrische Zigarette, E-zigarette, Elektrisch Rauchen
Industry:Health, Research
Location:Bonn - North Rhine-Westphalia - Germany
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Page Updated Last on: Feb 24, 2010



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